Twitch Amazon

Twitch, EAPlayPro Ultimate, Strikes und die liebe DMCA!

Etwas Schadenfreude darfs ja noch sein, gell!

Bereits vor einige Jahren habe ich so manchen Streamern gesagt „Pass bloß auf, irgendwann wird es eine twitchseitige #DMCA Strikewelle geben! Alle so: „Meeh, mit passiert ja nichts!“ Nun denn, ich bin save, lache mir ins Fäustchen, trinke nen Tee und denke mir: „Pech gehabt, war ja absehbar!“

Man darf dabei jedoch nicht außer Acht lassen, das Medienrecht sowie die Verwertung von Musik ein sehr komplexes Themengebiet ist, das für Laien sehr schwer zu verstehen ist. Zumal es sich bei Twitch um ein multinationales Unternehmen unter den Fittichen von Amazon handelt. 

Kurz und knapp

Twitch ist multinational unterwegs. In jedem Land gelten unterschiedliche Gesetze, an die sich Twitch zu halten hat. Da einen Kompromiss zu finden wird meiner Einschätzung nach noch lange dauern. 

Im heutigen „Guten Morgen Stream“ habe ich bereits über dieses und jenes spekuliert und unter anderem meinen Unmut über die den fehlenden Rückhalt seitens Twitch gesprochen. Nichtsdestotrotz möchte ich jetzt kein Mimimi von mir geben, sondern über mögliche „Optionen und Möglichkeiten“ schreiben, die aus meiner Perspektive durchaus realistisch erscheinen (können)! 

Dann fangen wir mal an ...

2014 wurde Twitch von Amazon für rund 970 Millionen US Dollar gekauft. Krass, gell! In der Zwischenzeit hat sich Amazon durch sein Medienangebot und Twitch Prime mittlerweile als feste Größe in der Medienlandschaft etablieren können.  

Twitch Prime gehört sogar zum guten Ton eines jeden Streamers. Ein kostenlosen SUB für den Streamer seines Herzens, zahlreiche Games und Ingame Benefits und vieles mehr. Schon ziemlich fett, was Twitch/Amazon da aufgefahren haben!

... das bekannte Problem um Urheberrecht und die Soundkulisse!

Eine lang Zeit war es überhaupt kein Problem, Musik über Youtube, Spotify und Co im Stream laufen zu lassen. Es wurde zwar registriert und stillschweigend geduldet, bis die ersten Gerüchte und etwaige Banns bei verpartnerten Streamern aufkamen. In der Zwischenzeit präsentierten sich Unternehmen wie Monstercat, Pretzel Rocks, Epidemicsound und viele mehr, die lizensierte Musik für Streamer anboten. Zahlreiche Deals mit Twitch besiegelten den einfachen und sicheren Nutzen der zahlreichen Plattformen!

Mittlerweile ist auch Twitch auf den Zug aufgesprungen und bietet mit „Soundtrack by Twitch“ eine Plattform an, die es Streamern ermöglichen soll, sicher und einfach Musik im Stream abzuspielen. Seit geraumer Zeit teste ich es und bin damit durchaus zufrieden.

Naivität, Unwissenheit oder einfach Scheißegal?!

Bevor ich gleich zu meinen wilden Spekulationen komme, möchte ich mich hier grundsätzlich über das aufkommende Mimimi in der Social-Media-Landschaft auslassen. Ja Leute, es ist echt bescheiden, was derzeit durch die Strikes seitens Twitch passiert. Aber: Das Urheberrecht gibt es nicht erst seit gestern. Nur weil ihr ein glücklicher Spotify-Premium-Kunde seid, bedeutet dies nicht, dass euch die Musik gehört. Ihr habt – am Beispiel von Spotify – die privaten Nutzungsrechte erworben und nicht die kommerziellen Rechte!

Da beginnt  es nämlich kostspielig zu werden. Echt, könnt ihr mir glauben. Ab dem Zeitpunkt, an dem ihr einen Donation-Button / Sub-Button auf der Seite habt, seid ihr kommerziell unterwegs. Verstanden? Punkt. 

Sobald Aussicht auf Kohle besteht kommen sie aus den Löchern!

Jetzt, im Jahr 2020, ist es soweit – die Verlage, Publisher, Entwickler und der ganze Rest haben Streaming und die Streamer als neue Kuh zum abmelken gefunden. So ist der freie Marktwirtschaft, geil und ätzend zugleich. Wie Ying und Yang. Licht und Schatten. Nun denn, da müssen wir durch, aber solange wir Politiker haben, die dumm wie Stroh sind, eine Lobby, die uns fickt wird sich wohl nichts ändern. Dazu aber später mehr. 

Twitch und Amazon Music

Ein Gedanke, den ich heute im Stream hegte war folgenden: Twitch wurde für eine stattliche Summe von Amazon erworben. Amazon hat Geld. Echt viel davon. Darüber hinaus verfügen sie mit Amazon Music über eine stattliche Musik-Bibliothek.

Mein Gedanke

Warum verknüpft Amazon nicht einfach die Musik-Bibliothek mit dem Twitch-Konto, sorgt für die nötigen Lizenzen und ermöglicht es Streamern ohne Probs fette Sounds laufen zu lassen? Wollen wir doch mal ehrlich sein: die krassen Steuererlasse, die Amazon erhält sind immens.Grundsätzlich finde ich den Gedanken gar nicht mal so übel, würde auch abseits des Prime-Abos 5 € monatlich abdrücken, wenn es denn möglich wäre, die Amazon Music Bibliothek mit dem Twitch.Konto zu verknüpfen!

Oder einfach einen der anderen Dienstleister nutzen, die es aufm Markt gibt!

Geld wächst nicht auf den Bäumen, dass sollte mittlerweile auch jedem Bauern aufm Dorf bekannt sein! Daher sollte es immer gut überlegt sein, ob man 5, 10 oder 15 € in einen Dienst investiert wie zum Beispiel Monstercat, Epicdemicsound oder Pretzel.Rocks. Man muss halt abwägen, ob sich diese monatliche Investition lohnt. Grundsätzlich bin ich absolut dafür, wobei ich während meiner Streams nahezu nie Musik laufen lasse, da ich gerne und viel rede. 

Aber das ist ja noch nicht alles!

Ja, jetzt wird es wohl ein wenig lächerlich. Wie wir ja wissen, gibt es zahlreiche Spiele, die krasse und fette Ingame-Musik haben. Bestes Beispiel GTAV [Aff-Link] – bereits in diesem Spiel meldet sich der DMCA zu Wort und lässt fröhlich striken – geil,gell! 😉 

Grundsätzlich soll ja der Ingame-Sound für eine stimmungsvolle Untermalung der Atmosphäre sorgen … schon geil, wenn im VOD davon nichts mehr zu „fühlen“ ist.

Twitch, gehts noch?

Die Empfehlung von Twitch sorgte bei mir für ein lautes Lachen: man solle doch einfach den Ingame-Sound deaktivieren, um einem möglichen Strike zu entgehen! Geht´s noch! *lacht*

Ich könnte noch weitere Beispiele anführen, dann müsste ich mich aber wohl oder übel über meiner Tastatur erleichtern. Wäre ne fiese Sauerei. Daher werde ich in Kürze – nach dem Genuss von einigen Magenbitter – eine unterhaltsame Liste von noch unterhaltsameren Entscheidungen veröffentlichen. 

Just my 2 cents

Man kann jetzt viel meckern und sich darüber echauffieren, dass die alle nur „mein“ Geld wollen.
Aber eines darf man an dieser Stelle nicht vergessen: hinter den fantastischen Sounds, die ihr gerne hört, stecke auch jede Menge Arbeit. 

Nicht nur der Interpret, sondern auch der Producer, das Marketing und viele mehr haben Anteil daran. Darüber hinaus – und das ist auch ein wichtige und essentieller Aspekt – gibt es keinen Deal zwischen Twitch und den jeweiligen Rechteverwertern, dann riskiert ihr nen Strike!

Fair wäre ein Abo bei o.g. Anbietern sehr wohl, wenn man gerne und viel Musik am Start haben möchte und keine Strikes kassieren will!

Publisher und Entwickler in der Pflicht!

Dennoch sehe ich auch die Pubslisher und Entwickler in der Pflicht, sich über die Nutzung von Ingame-Sounds sowie Ingame-Musik klar pro Streamer/Gamer zu positionieren. Sollte es nicht in naher Zukunft zu einer positiven Entscheidung kommen, so sehe ich für zahlreiche Streamingplattformen dunkle Zeiten anbrechen. 

Warum sollte man dann noch Spiele streamen, die durch Sounds und Musik Atmosphäre schaffen, in der sich Spieler und Viewer zum Beispiel gruseln, aber man als Streamer Angst haben muss einen Strike zu riskieren ggf sogar eine Kostennote vom Anwalt zu erhalten!

Streamer, die neuen Cash-Cows am Gaming-Horizont?

Ein weiterer und zugleich verwegener Gedanke von mir: stellt euch mal vor, Anbieter wie EA würde zu deren derzeitigen Angebot noch etwas hinzufügen. Im Augenblick gibt es ja folgende Optionen:

Nun stellt euch mal vorbei, es gäbe jetzt die EA PlayPro Ultimate Edition für sage und schreibe 24,99 € pro Monat oder 250 € pro Jahr. Das absolute Highlight wäre dann, haltet euch fest, ihr dürft sogar die Ingame-Musik UND Ingame-Sounds streamen ohne einen Strike befürchten zu müssen! Awesome, oder?

Glu3cifers Wort zum Freitag - hier der Freitags Guten Morgen Stream in voller Länge!