Toxisches Verhalten im Online-Gaming!

Toxisches Verhalten im Online-Gaming!

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Toxisches Verhalten im Chat!

Seit geraumer Zeit verfolge ich aufmerksam die Kommunikation in den Chats verschiedener Spiele. Sei es World of Warcraft, World of Tanks, Counterstrike, League of Legends und wie sie alle heißen. Daraus ist die Idee entstanden, mich hier hin und wieder zu äußern, Ideen zu entwickeln und darüber zu diskutieren. Dies geschieht im Rahmen meiner neuen Kolumne “Toxisch, nicht mit mir!”

In den kommenden Wochen werde ich mich intensiver mit dieser Problematik befassen, dazu verschiedene Stimmen und Meinungen aus der Gaming- und Entwicklerszene einholen. Was können wir gemeinsam machen? Welche Maßnahmen gibt es, um schneller diese Störenfriede aus den Spielen zu entfernen bzw. Ihnen das Fehlverhalten kreativ zu präsentieren?

Anonyme Trolle

Warum sich SpielerInnen im Schutze der Anonymität regelmäßig über das schlechte Gameplay, das Geschlecht oder [füge etwas Beliebiges ein] stößt mir privat regelmäßig auf. “Lösche dich!”, “Geh sterben”, “Motherfucker”, “Spiel Hello Kitty” sind nur einige der wenigeren obszönen Anfeindungen, denen man regelmäßig ausgesetzt ist. 
Man zockt, weil man Spaß haben will, sich vom stressigen Alltag ablenken und sich nicht durch die Bank weg beleidigen lassen möchte. 

Profi Gamer oder doch nur ein Troll?

Aber gefühlt sind eben diese “Gamer” Vollzeit-Gamer, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten und jeder Sieg Einfluss auf ihren monatlichen Gehaltscheck haben könnte. Zumindest kommt es mir so vor. Im Schutz der Anonymität lassen sich Beleidigungen nämlicher schneller und einfacher raushauen. 

Ich sage immer “Man kann sich schon einmal im Ton vergreifen, kann passieren, aber eine Entschuldigung ist ebenso schnell ausgesprochen!” Leider denken und handeln die Wenigsten danach. Wenn schon ein Pro am Start ist könnte er, anstatt Beleidigungen wie am Fließband rauszuhauen, vielleicht auch mal konstruktiv kritisieren. DU spielst XYZ, dann versuche doch mal dieses oder jenes! Wäre doch nicht zu viel verlangt, oder?

Reporting Tools, World of Tanks und “Mir doch wurscht!”

Viele Freunde und Bekannte sagen mir immer: “Ignoriere das toxische Verhalten einfach!” Kann und will ich aber nicht. Warum? Weil sich etwas ändern muss. Ich gehöre zu den impulsiven und emotionalen Gamern, die so nen Mist an sich heranlassen. Mir wird dadurch das Spiel teilweise – je nach Tagesform – versaut. Viele Entwickler haben bereits diverse “Reporting Tools” in ihre Multiplayer Spiele implementiert, um das toxische Verhalten, Cheating etc. zu melden. Aber funktionieren diese auch? 

Am Beispiel vom World of Tanks, das ich in den letzten Wochen verstärkt spiele, habe ich nicht den Eindruck, dass etwas passiert. Eine Feedback-Funktion wäre meines Erachtens nach angemessen. Warum? Nicht nur der “Bestrafte” soll aus seinem Verhalten lernen, sondern auch derjenige, der einen “Report” verschickt hat. Habe ich richtig gehandelt oder war der “Report” unangemessen?

Es herrscht auf mehreren Ebenen eine Lernkurve, die auch die Community-Manager involviert! So meine Sicht der Dinge. Denn diese müssen, sofern das System nicht automatisch einige Begriffe zensiert, entsprechend handeln. Wobei hier die Problematik der Linguistik einzieht: Russisch, Chinesisch, Englisch, Deutsch usw. – dazu kommt noch etwaiger Slang sowie Dialekte der jeweiligen Nationen. Ein großes Problem, das die Community-Manager zu behandeln haben.

Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der sich durch das toxische Verhalten einzelner Spieler gestört fühlt. Es trübt meine Ablenkung, meinen Spielspaß sowie meine InGame-Erfahrung. Dazu muss man sagen, dass es in der Regel immer nur wenige Spieler sind, die die Gesamtheit der Spielenden in den Dreck ziehen. Aber diese Wenigen müssen mit härteren Konsequenzen rechnen. Aber welche Maßnahmen könnte man ergreifen, um dieses Segment gezielt aus dem Spiel zu befördern? 

Neulich erzählte mir ein langjähriger World of Tanks Spieler, dass es die Masse der Meldungen ausmacht, ob ein Community-Manager gezielt Maßnahmen in die Wege leitet. Aber das kann es nicht sein, denn wie bereits oben erwähnt, gibt es Spieler, denen toxisches Verhalten zum einen Ohr reingeht und zum anderen wieder raus. Diese werden sich also nicht die Mühe machen, einen Report rauszuhauen. 

Fazit

Es herrscht in vielen Bereichen noch erheblicher Verbesserungsbedarf, um dem toxischen Verhalten in den (Voice-)Chats Herr zu werden. Letztendlich beginnt es aber in der Selbstwahrnehmung eines jeden Gamers: möchte ich auch so behandelt werden? In erster Linie bestimmt die Erziehung sowie das soziale Umfeld den Charakter und das Benehmen. VieIe Gamer haben sicherlich keine schlechte Erziehung genossen, aber im Rahmen der Anonymität herrscht oft Nachholbedarf, wenn es darum geht, seinen Frust abzubauen.  

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